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Copyright Irene Marti, Autorin - www.irenemarti.ch

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„God gives us each moment, that’s why we call it present“

 (Englisch „present“, Deutsch „Präsent“ = Gegenwart oder Geschenk)

 
Weißt du, woran es liegt, dass uns manche Menschen magisch anziehen und wir uns besonders gern in ihrer Gegenwart aufhalten? Es liegt an ihrer Präsenz. An ihrem Charisma. Und jetzt rate mal, was Charisma heisst? Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "aus Wohlwollen gespendete Gabe"! 

Wenn wir präsent sind, d.h. wenn wir gegenwärtig, voll und ganz da sind, sind wir verbunden, mit "Allem-was-ist". Dann ist der Stecker eingesteckt. Je mehr Präsenz, desto mehr Energie. Wo wenig Präsenz ist, fliesst wenig Energie. Dann glimmen wir grade noch wie eine 20er- Glühbirne. Und wenn wir unsere Präsenz nicht halten können, ständig abschweifen, gleichen wir einem Flackerlicht mit Wackelkontakt. 

Charisma




Als meine Lieblingscousine starb, sagte der Pfarrer bei ihrer Beerdigung: „Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf“. Bezeichnenderweise hatte mein Sohn einen Tag zuvor dasselbe von ihr gesagt. Es traf einfach haargenau auf sie zu. Sie hatte Charisma. Dabei hatte sie es nicht etwa immer leicht im Leben. Selbst die charismatischsten Menschen haben ihre besseren und schlechteren Tage.  Unsere Präsenz ist nicht immer gleich, sie hängt von vielen Faktoren ab. Die starke, positive Ausstrahlung mancher Menschen liegt daran, dass sie öfters präsent sind als andere und deshalb mehr Energie-Reserven haben. Ein kleines Kraftwerk, das auch dann seine Arbeit tut, wenn an der Oberfläche alles schief geht. Je öfter wir wirklich im Hier und Jetzt sind, desto stärker verwurzeln wir uns in der Gegenwart und desto weniger oft verlieren wir uns im sinnlosen Labyrinth von Vergangenheit und Zukunft. Oder, in unserer Qi Gong Sprache ausgedrückt: wenn wir unser Dantian immer wieder mit Qi fülllen, dann ist auch Qi da, wenn's drunter und drüber geht.

Doch was ist denn nun „Präsenz“? Präsent zu sein, heisst ganz einfach, voll und ganz da zu sein. Hier. Jetzt. So simpel – und doch so komplex. 

Da wir Menschen sind und in einem Körper leben, brauchen wir gar nicht erst zu versuchen, präsent zu sein, ohne dass wir alle unsere physischen Bestandteile beieinander haben. Präsent zu sein bedeutet als Erstes, im Körper zu sein. Zu SEIN. Nicht über seinen Körper nachzudenken. (Ein „Bad Hair Day“ ist definitiv nicht der Tag, an dem wir am präsentesten sind). Es geht darum, seinen Körper zu fühlen. Ihn zu erfühlen und zu erfüllen – mit Bewusstsein. Wenn wir unseren Körper bewohnen, brauchen wir uns nicht denkenderweise darum zu kümmern, dass alle Teile vorhanden sind. Präsente Menschen hören mit dem ganzen Körper, d.h. mit ihrem ganzen Sein zu, sei es im Gespräch oder in einem Konzert. Präsente Menschen schauen nicht aus leeren Augen, sondern aus der Mitte ihres Wesens. ("Man sieht nur mit dem Herzen gut" - Der kleine Prinz). Wenn wir präsent sind, denken wir nicht (zumindest nicht mehr als notwendig) – wir fühlen. Wir nehmen wahr. Wir können drüber nachdenken, wie es ist, an der Sonne zu liegen, im Wald zu spazieren, im See zu schwimmen, an Blumen oder frischen Früchten zu riechen, etwas Feines zu essen oder ein Konzert zu hören – aber erst indem wir es tun, uns darauf einlassen, können wir es erleben, erfahren, erfühlen und es wird uns erfüllen. Wahrnehmung geschieht über die Sinne und ohne Körper keine Sinne. Das ist es, was unser irdisches Leben so kostbar macht. 

Im ersten Teil meiner Qi Gong Lektionen geht es mir immer darum, euch in euren Körper und damit in die Gegenwart zu bringen. Euch euren Körper FÜHLEN zu lassen. Ihn von Kopf bis Fuss mit Bewusstsein zu erfüllen. Und darum, eure Sinne zu wecken. Dann seid ihr präsent. Wenn wir danach z.B. neue Uebungen lernen, verlieren wir oft einen Teil unserer Präsenz, weil wir mit Denken beschäftigt sind. Kennen wir die Abläufe erst mal, können wir dieses Gefühl der Gegenwärtigkeit, das wir zu Beginn jeder Lektion neu erschaffen und erleben, in die Uebung einfliessen lassen. Dann füllen wir die Bewegung mit Energie, mit Qi, mit uns selbst. Dann praktizieren wir wirklich Qi Gong – das Spiel mit dem Qi. Dann sind wir präsent.

Es sei denn….. unser Verstand mischt sich ein. Doch von diesem Aeffchen erzähle ich euch in einem späteren Brief

SPIELEREIEN FÜR DEN ALLTAG

Für diesmal ein paar Vorschläge. Spielereien, für die die Lust haben, etwas auszuprobieren: Wenn du im Supermarkt oder sonstwo bist und warten musst, konzentriere dich mal darauf, die Füsse auf dem Boden zu spüren, geh mit der Aufmerksamkeit ins untere Dantian, atme, lächle in dich hinein und dann höre und schaue aus deiner Mitte dem Treiben zu. Atme. Lächle. Beobachte einfach, was geschieht. Und mit der gleichen Vorbereitung beobachte irgend etwas draussen in der Natur. Du weisst ja, so wie wir es in unseren Qi Gong Lektionen im Sommer machen. Atme. Lächle. Beobachte. Nimm wahr. Verbinde dich mit dem, was du wahrnimmst. Fühle es.

Und vielleicht möchtest du ja einem Menschen ein besonderes Präsent machen. Dann schenke ihm/ihr einfach einmal deine ganze Präsenz. Gewiss tun wir das alle immer mal wieder. Tue es in diesem Fall bewusst und absichtlich und für genau diesen Menschen. 

HAVE FUN!

Herzlichst

Irene

 
   
   
   
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